St. Kaiser Heinrich

   Der Altarraum

 

Die im September 1967 geweihte St. Heinrich-Kirche ist ein Zeltbau mit achteckigem Grundriss. Im Inneren sollten keine Pfeiler oder Winkel die Gemeinde auseinanderreißen. Von allen Seiten ist der Blick auf den Altar frei.Strahlenförmig in einem Halbkreis sitzt die Gemeinde um ihren Mittelpunkt, den Altar.

 

 

 

 

 

Der Altar ruht als massive Platte auf einem kreuzförmig angeordneten Sockel. Sein Material ist portugiesischer Marmor, der Stein ist gespitzt, gebeilt und überschliffen worden.

 

 

 

 

Nach dieser Bearbeitungsart ist auch die Tabernakelsäule (rechts vom Altar) aus gleichem Material gefertigt. Sie stellt einen stilisierten Lebensbaum dar (Off. 2, 7). Man kann die Säule auch als zwei Hände sehen, die den kostbaren Schrein tragen. Das Tabernakel selbst ist mit hochpoliertem Stahl umkleidet. Die meisten Männer unserer Gemeinde arbeiteten auf Stahlwerken in Hörde und Dortmund. Von ihrem Werk ist der Stahl geliefert worden, um auszudrücken, dass menschliche Arbeit kostbar genug ist, das Heiligste in unserer Kirche zu umschließen.

 

 

 

 

 

Der Ambo passt sich der Gestalt des Tabernakels an und steht als Gegenstück zu ihm links vom Altar. Er ist der Ort des Wortes Gottes.

 

Auch der Taufstein ist aus dem gleichen Material gebaut. Er steht in entsprechender Entfernung vom Windfang am Haupteingang. Ihm sind drei Weihwasserbecken angegliedert, die den Eintretenden an seine Taufe erinnern sollen.

 

Die Chorrückwand ist mit einem Kreuz von etwa 5 m Höhe ausgestaltet. Während die Rückwand in Kratzputz ausgeführt ist, ist das Kreuz aus dem gleichen Putzmaterial, aber glatt gestrichen. In der Mitte ist die Gestalt Christi vom Kreuz gelöst angebracht. Hierdurch wird Christus als Überwindung von Tod und Sünde dargestellt, der zum Vater heimkehrt. Er neigt sich den Menschen zu, um sie gleichsam zu umfangen. Der Ausdruck seiner Arme und Hände weist auf den Vater hin und zeigt zugleich auf das Tabernakel. Dieser Christus ist aus Aluminium gegossen, seine anlitzlose Gestaltung geht fast ins Symbolhafte. Sie will nicht Fertiges sein, sondern den Menschen zur Auseinandersetzung anregen..

 

Altar, Tabernakelsäule, Ambo und die Christusdarstellung schuf der Bildhauer Hubert Bernhard aus Waldkirch i. Br.

 

   Die Lichtwände

 

Das Zeltdach wird von acht Wänden getragen, von denen vier wirkliche Lichtwände sind, aus Beton und weißem und farbigen Glas gebaut.

 

Die rechte Wand vom Altar ist die Wand der Heiligen. Durch ein mächtiges Betonband wird die Vorstellung eines aufwärtssteigenden Weges gebildet. Hier ist der Ort der Heiligen. Ihre Gestalten sind streng und klar aufgebaut. Als Repräsentanten des Alten Testamentes werden Moses und ein König dargestellt. Moses hält die zerbrochene Gesetzestafel in seiner Linken und weist mit der Rechten auf die eherne Schlange als Christussymbol hin.

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Übergang vom Alten zum Neuen Testament bildet die Figur Johannes des Täufers mit Lamm. Ihm folgt in rotem Königspurpur die Gestalt des heiligen Kaisers Heinrich II., des Patrons dieser Kirche. Hinter ihm steht die heilige Klara, gekennzeichnet durch das Nonnengewand der Klarissinnen und die Monstranz. Den Abschluss der Heiligengruppe bildet der heilige Franziskus Xaver mit blauem Kreuz. Die heilige Klara ha hier ihren Platz als Patronin der ursprünglichen Mutterkirche dieser Gemeinde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Wand rechts vom Eingang ausgesehen ist die Wand der göttlichen Kräfte. Sie veranschaulicht die himmlische Welt. Dargestellt werden seraphische Wesen in den Farben des Regenbogens. Den Hintergrund hierzu bildet eine in viele kleine weiße Glasfläche aufgeteilte Ebene. Durch diese Aufteilung entsteht der Eindruck des Herabströmens, der gedeutet werden kann als Ausdruck der Einstrahlung der göttlichen Kraft.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Wand links vom Eingang ausgehen ist die Wand Des Menschen Kraft. Dem stillen Glühen des himmlischen Feuers steht auf dieser Wand die brennende Glut des Feuers als irdisches Element gegenüber. Als Kreis umschließt es die Zeichen menschlicher Arbeit und Gestaltungskraft. Man erkennt die vereinfachten Formen eine Zahnrades, der Werkzeuge Hammer und Zirkel, ferner Waage und Räderwerk.

 

 

 

 

 

 

 

 

So schließt sich der Kreis: Beginnend mit dem Fleisch gewordenen Wort Gottes - über seine Manifestation in den Heiligen des Alten und Neuen Bundes - hin zu der ständig anwesenden Welt himmlischer Mächte - zum Bereich des Menschen und seiner Tätigkeit in der irdischen Welt.

 

Die Künstler, die diese Lichtwände schufen, sind Hildegard und Wilfried Perraudin aus Freiburg im Breisgau.